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"Interessenkonflikt um Rohstoffe - der Fall Peru" Im Zentrum des Vortrages von Fidel Torres Guevara stehen die Auswirkungen des transnationalen Bergbaus auf die Ökosysteme der Hochnebelwälder Perus sowie auf die Quellflüsse des Amazonas und Flüsse zum Pazifik. Da die ökologischen Auswirkungen des Bergbaus unmittelbare Folgen für die Menschen der betroffenen Region haben, wird Fidel Torres in seinem Vortrag auch auf die aktuellen ...sozialen Konflikte im Norden Perus eingehen. Organisiert von INWENT "Conflict of interest over resources - the case of Peru" In the center of the talk of Fidel Torres Guevara, the impact of transnational mining industry are on the ecosystems of the high cloud forests of Peru and to the headwaters of the Amazon and rivers to the Pacific. Since the environmental impacts of mining have direct consequences for the people of the affected region, Fidel Torres will go down in his presentation on the current social conflicts in the north of Peru. Organized by INWENT.
http://bewegung.taz.de/aktionen/petition-fuer-bergbaufreie-gebiete/termine#events
Nochweiter intervieuw mit Fidel Torres - 30/12/2010
Auf 16 % der Fläche Perus wird Bergbau betrieben. Aber nur 1,8% der Bevölkerung des Landes arbeiten in diesem Sektor. Mining in Paradise ist eine Kampagne, die auf Konflikte zum Thema Bergbau in Nordperu aufmerksam macht. Speziell in den Provinzen Jaén, San Ignacio, Ayabaca, Huancabamba, denn diese vier befinden sich im Hotspot der Artenvielfalt der tropischen Anden. In ihren Nebelwäldern und Páramos werden große Mengen Wasser gesammelt und gespeichert. Bergbau würde diese Ökosysteme empfindlich verletzen. Fidel Torrez bringt diese Botschaft nach Europa, nach Leipzig.
Das Gespräch führten Ismene Laraki und Franziska Gaube. Übersetzer war Mathias Hohmann.
Der Boden ist fruchtbar, viele Menschen finden Arbeit in der Landwirtschaft. Viele sind mit dem Feldbau kulturell verwurzelt. Aber dort, wo in der Erde geschürft wird, kann es keine Landwirtschaft geben und der Staat bevorzugt diese Unternehmen, während die eigentlich Betroffenen in die Entscheidung nicht mit einbezogen werden. Hauptrohstoffe aus den Minen sind Gold und Kupfer, aber auch Eisen und Silber. Warum sollte die Regierung eines armen Landes auf Gold verzichten und stattdessen die Landwirtschaft fördern? Die Konflikte gehen weit über den regionalen Umweltschutz hinaus.
Die Kampagne “Mining in Paradise” wird unter anderen von der CATAPA und peruanischen Partnerorganisationen wie dem Umweltnetzwerk Red Muqui unterstützt. CATAPA, eine belgische Organisation, setzt sich für nachhaltige Entwicklung vor allem in Lateinamerika ein und hat im Rahmen der Kampagne fünf Menschen nach Europa eingeladen. Fidel Torres ist einer von ihnen und kam so nach Deutschland. Er ist Biologe. Seine Spezialgebiete sind Botanik und Biodiversität.
Auf seiner Nase sitzt eine große Brille mit dicken Gläsern. Die Uhr an seinem Handgelenk zeigt nicht die deutsche Zeit. Er ist Peruaner. Wirkt auf den ersten Blick ruhig und gelassen und erzählt so eindringlich, dass wir fast vergessen, dass wir ihn eigentlich gar nicht verstehen und uns dabei erwischen, wie wir zustimmend nicken. Fidels Übersetzer, Mathias, macht sich ebenfalls eifrig Stichpunkte, fügt das ein oder andere hinzu, das ihm wichtig ist. Er scheint Fidel gut zu kennen – als er ihm eine heiße Schokolade mit extra viel Sahne bestellt, meint er augenzwinkernd: “Das mag er, das weiß ich.”
Wie kamen sie zu dieser Kampagne?
Dass ich in die Kampagne einbezogen wurde, ist meinem Beruf geschuldet. Ich stehe mit CATAPA in Kontakt und arbeite viel mit lokalen Gemeinschaften zusammen. Meine Arbeit dort besteht darin, die Menschen über die negativen Folgen des Bergbaus zu informieren. Ich bin Mitglied des Netzwerkes für Wasser und Entwicklung in Peru und wir wurden von den Kleinbauern kontaktiert, die wissen wollten, was Bergbau für ihre Region bedeuten würde. Die Kampagne „Mining in Paradise“ ist eine Kampagne von CATAPA und ich wurde kontaktiert, eingeladen, im Namen der Kampagne zu sprechen.
Wozu braucht es diese Kampagne?
Bergbau bedeutet eine generelle Zerstörung von Ökosystemen. In diesem speziellen Fall Nebelwälder und Páramos, als Wassersammler und -speicher. Deren Zerstörung trägt auch zum Klimawandel bei. Ein weiterer Punkt ist die Wasserkrise, die jetzt schon besteht und durch die Zerstörung dieser Wasserquellen noch verschärft würde. Wasser ist eine wichtige Lebensgrundlage – natürlich für die Ernährung, aber auch für die landwirtschaftliche Produktion. Und es gehen Entwicklungsmöglichkeiten verloren, die auf Biodiversität (biologischer Vielfalt) basieren.
Wie stellt man sich die Lösung vor?
Die Forderung an die Peruanische Regierung ist, den Agrarsektor mehr zu entwickeln – und speziell für die Region: die Biodiversität wieder zu nutzen. Für Bio-Handel als neuen Wirtschaftszweig geht es speziell um genetisches Material, das auf dem Mark großes Potential hat. Der Wert beläuft sich 5 Millionen US $ pro Gen.
Ein weiterer Punkt betrifft den klassisch organischen Handel – Tee, Kakao, Zucker, Kaffee. Aus genetischem und dem organischen Handel wird nicht nur finanzieller Wert generiert, sondern auch Arbeitsplätze auf lokaler Ebene. Im Vergleich dazu bringt der Bergbau nur wenige Arbeitsplätze und vertriebt die Bevölkerung..
Was genau ist Biocomercio?
Das ist in Peru eine wachsende Industrie. Es geht um Medizin, Ernährungszusatzstoffe. Es geht um Kosmetik, speziell für die Industrie. Es geht darum, lokales Wissen zu nutzen und dieses als intellektuelles Eigentum schützen zu lassen. Um darüber Rechte an den Produkten zu bekommen, die hergestellt werden sollen. Womit Einkommen generiert werden kann. Das ist eher eine längerfristige Stoßrichtung. Was kurzfristiger möglich ist, ist die Landwirtschaft zu stärken.